GoingPublic Media AG
Investor Relations
Presse/News
Jobs
Stellenmarkt
in Kooperation mit
Mediadaten
Neuemissionen
Kurzmeldungen
IPO im Fokus
GoingPublic Watchlist
Rückblick
Berichte & Specials
GoingPublic Kolumne
Smart Investor Weekly
Hidden Champions
Interviews
BUSE Awards
Being Public
GBI
13 Jahre GoingPublic -,
10 Jahre VC Magazin
Die Volltextsuche!
Service
Investor Relations Center
in Kooperation mit
 
EquityStory AG
eMail-Service/Newsletter  
Lexikon
GoingPublic Magazin
Sonderausgaben/Bücher
Events
Impressum/Kontakte
Smart Investor Weekly 20.07.2010, 17:34  
Sparunwillige Ungarn - und ein trendloser DAX

Die Front der strebsamen Sparer scheint bereits langsam zu bröckeln. Die neue ungarische Regierung will sich nicht mehr dem Spardiktat des IWF unterwerfen, auch in anderen europäischen Ländern rumort es und sogar in der Bundesregierung legen sich die ersten quer – währenddessen präsentiert sich der DAX unentschlossen.

Druck der Strasse wächst
Noch werden in Europa unisono die Sparbemühungen verkündet und die sparenden Staaten für ihre vermeintlichen Anstrengungen gelobt. Aber diese Einheitsfront bröckelt…denn der Widerstand gegen die „unsozialen“ Sparbemühungen wächst vielerorts. So sollten in Rumänien die ohnehin schon knappen Renten um 15% gekürzt werden, woraufhin vor allem die hart gebeutelten Rentner in Massen auf die Straße gingen. In unseren Mainstream-Medien war darüber übrigens nichts zu erfahren – und die rumänische Regierung forderte daraufhin die Vereinbarungen mit dem IWF neu zu verhandeln. Inzwischen wurde diese Maßnahme zurückgenommen und „nur“ die öffentlichen Gehälter um 25% gekürzt. Auch Ungarn widersetzt sich dem Druck des IWF und möchte seine Sparbemühungen verringern. Die erst seit rund 4 Monaten im Amt befindliche rechtskonservative Regierung wird wohl kaum das Schicksal der Vorgänger teilen wollen und aus dem Amt gejagt werden. Massive Sparmaßnahmen kann sie daher kaum durchsetzen. In Frankreich brennen derweil in Grenoble seit drei Tagen in Folge Autos und es finden schwere Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei statt – hier wird zwar vordergründig die Erschießung eines mutmaßlichen Räubers als Grund angeführt. Dass die Gewalt aber derart ausufert, dürfte vor allem auf die enorme Enttäuschung und Frustration vieler Jugendlicher über ihre gesellschaftliche Exklusion zurückzuführen sein, die aus der fehlerhaften Integrations- und Sozialpolitik der staatshörigen Franzosen erwuchs. Insgesamt lässt sich feststellen, dass es der politischen Klasse in ganz Europa zunehmend schwerfällt, die rigiden Sparprogramme gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen. Jenseits des großen Teichs dürfte diese Entwicklung mit Freude gesehen werden – hier wurden bereits alle Grundsätze gesunder Haushaltspolitik fahren gelassen: Auf Teufel komm raus schulden Obama & Co. auf, um zumindest doch noch ein bisschen Dampf in die lahmende Wirtschaft zu bringen. Das Weiße Haus und dessen Berater wurden bislang auch nicht müde von den Europäern ähnliches zu verlangen.

Die Märkte
Dass sich dies natürlich auch auf die Märkte auswirken muss ist klar. In welche Richtung die Entwicklung hier in Europa allerdings gehen wird ist an den Märkten allein nicht wirklich abzulesen. Der Kampf zwischen Deflationisten und Inflationisten ist noch nicht entschieden. Von Ungarn könnte sowohl ein Impuls in die eine Richtung (Deflation) als auch in die andere (Inflation) ausgehen. In die eine wenn sich Ungarn einfach bankrott erklärt und den Gläubigern eine lange Nase dreht, denn dann müssten allein die österreichische Banken rund 40 Mrd. EUR abschreiben und das könnte einen unangenehmen Dominoeffekt auslösen. In die andere, wenn sich die ungarische Regierung (und nicht nur die) dazu entscheidet dem Druck der Bürger vollständig nachzugeben und die entsprechenden sozialen Forderungen mittels der Notenpresse anfängt zu begleichen. Einen Beitritt zur Eurozone könnte Ungarn sich dann natürlich endgültig abschminken, allerdings ist dieser ohnehin bereits in weite Ferne gerückt. Und die derzeitige „nationale“ Regierung hat hieran vermutlich auch kein überschäumendes Interesse. Smart Investor hatte immer betont, dass sich ein zweiter deflationärer Crash nicht ausschließen lässt. Allerdings halten wir die Wahrscheinlichkeit dafür nach wie vor für gering. Die zu Grunde liegende Überlegung lässt sich salopp so formulieren: „Wenn mir jemand die Pistole auf die Brust setzt und fragt, ob ich heute oder in 2 Wochen sterben will, dann werde ich mich immer für ‚in zwei Wochen’ entscheiden.“ Und die zwei Wochen in diesem Beispiel wären eben, markttechnisch gesprochen, das inflationäre Szenario.

Der DAX nach wie vor seitwärts
Da der „Mann mit der Pistole“ gerade fehlt, präsentieren sich auch die Märkte entsprechend unentschlossen. Der DAX tauchte heute wieder unter die 6.000 Punktemarke ab – allerdings bewegt er sich damit weiterhin in der seit April etablierten Seitwärtsrange zwischen 5.700 und 6.300 Punkten.



Zwar würden die Wirtschaftsnachrichten aus Deutschland für eine baldige Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung sprechen, dagegen stehen jedoch die noch nicht vollständig ausgehebelten Sparmaßnahmen. Noch also hat sich die Waagschale nicht in die eine oder andere Richtung geneigt. Gerade deshalb heißt es aber auch besonders wachsam zu sein.

Musterdepot
Dies gilt natürlich auch für unser Musterdepot. Von weiteren Zukäufen sehen wir vorerst genauso ab wie von Verkäufen. Allerdings behalten wir unser Long Hebelzertifikat auf den DAX (WKN:
GS8YFB) weiterhin genauestens im Auge. Da wir nicht ausschließen wollen, dass sich die fahrige Unentschlossenheit der Märkte noch den ganzen Sommer über fortsetzen könnte, erhöhen wir hier noch einmal den Stopp-Loss. Sollte der DAX also an einem Tag unter 5.820 Punkten schließen, d.h. um 17:30, würden wir die Position glattstellen. Dies entspräche einem Kurs von ungefähr 6,75 EUR. Der neue Stopp-Loss gilt ab morgen, Mittwoch, den 21.07.2010.

Wir haben uns für die Anhebung entschieden, weil die Unterstützung nach unten nicht ganz eindeutig ist bzw. sich aufspaltet (s. Chart) und wir es daher für klüger hielten im schlimmsten Fall die Verluste deutlicher zu begrenzen.

Hinweis in eigener Sache
Am 1./2. Oktober 2010 findet wieder der große Kongress zur Österreichischen Schule (GO AHEAD! business summit '10) unter Mitwirkung von Smart Investor in Wien statt. Als Abonnent von SI können Sie zu einem vergünstigten Vorzugspreis teilnehmen. Wer zudem noch bis 31. Juli bucht, kann auch noch einen Frühbucherrabatt in Anspruch nehmen. Alle wichtigen Infos dazu finden Sie hier:
www.go-ahead.at/go-ahead-business-summit

Fazit
Noch ist nichts entschieden, wir halten unsere Crack-up-Boom-Szenario nach wie vor für das wahrscheinlichere. Eine wirkliche Entscheidung kann allerdings durch aus den Sommer über auf sich warten lassen.

Ralf Flierl, Fabian Grummes

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:
Eine mit “*“ gekennzeichnete Aktie wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

Ein kostenloses zweimonatiges Kennenlern-Abo des Magazins Smart Investor kann unter www.smartinvestor.de/abo angefordert werden.

Das aktuelle Inhaltsverzeichnis des Smart Investor Magazins ist unter http://www.smartinvestor.de/news/inhalt/index.hbs einzusehen. Sollten Sie den eMail-Versand abbestellen wollen, so benutzen Sie bitte den Abmelde-Link unter dem Newsletter bzw. schicken uns eine eMail mit dem Betreff "Abbestellen des SIW" an info@smartinvestor.de.

Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.


 


 

 

Die GoingPublic Media AG kann trotz sorgfältiger Auswahl und ständiger Verifizierung der Daten keine Gewähr für deren Richtigkeit übernehmen. Zur Berechnung der abgebildeten Kennzahlen werden die Schlusskurse des jeweiligen Vortages sowie die Gewinn- und Umsatzschätzungen von GoingPublic Research herangezogen. Alle aufgeführten Kurse beziehen sich auf den umsatzstärksten Börsenplatz der letzten 4 Wochen. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar.
© GoingPublic-Online 1999 - 2010

ANZEIGE
Kontakt Lexikon der Kürzel Drucken