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Smart Investor Weekly 06.07.2010, 18:19  
Durchbrüche, Ausbrüche - falsche Brüche?

In der vergangenen Woche sind zahlreiche wichtige Chartmarken unterschritten worden bzw. nach unten durchbrochen worden. Grund genug sich diesmal etwas ausführlicher mit den Märkten zu beschäftigen.

Bearishe Implikationen
Im vergangenen Weekly hatten wir geschrieben, dass die Börsen am Scheideweg stünden und sich wohl bald entschließen müssen, in welche Richtung es in den kommenden Monaten geht. Allem Anschein nach haben sich die Märkte nun entschieden und zwar für Richtung Süden, also nach unten.
In vielen wichtigen Indizes, so beispielsweise dem S&P500, hatten sich in den vergangenen Wochen Schulter-Kopf-Schulter (SKS) Formationen aufgebaut. Inzwischen wurden diese charttechnisch bedeutsamen Signale voll ausgebildet und die Nackenlinie nach unten durchbrochen.



Dies ist natürlich zu nächst einmal bearish zu interpretieren und steht diametral zu unserem Crack-up-Boom-Szenario (CuB). Auch die Charts einiger Emerging Markets sehen nicht wirklich vielversprechend aus – auch wenn es bisher keinen wirklichen charttechnischen Schaden gab.


Heißt das nun, dass wir das CuB Szenario zu den Akten legen müssen, Asche auf unser Haupt streuen und wie alle anderen einem deflationären Schock das Wort reden sollten? Nein, nicht unbedingt, jedoch gilt es sich einige Dinge bewusst zu machen.

Technik vs. Fundamentals
Langfristig werden sich die Fundamentaldaten immer durchsetzen. Allerdings ist „langfristig“ ein ziemlich dehnbarer Begriff und kurzfristig regiert in der Regel die Charttechnik. Wenn dann auch noch kurzfristig negative Fundamentaldaten hinzukommen – wie ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum in den USA oder China, dann werden die Anhänger des Bärenlagers natürlich wild und drängen mit aller Macht nach Süden. Und da die Märkte, vor allem auf kurze Sicht nicht nur von der Charttechnik, sondern auch sehr stark von der Psychologie der Anleger getrieben sind (vgl. Smart Investor 7/2010 S. 18ff), können solche Chartmuster in Verbindungen mit schlechten Nachrichten gewaltige Bewegungen auslösen – wenn die Herde der Anleger einmal in Panik gerät. Nur leider sind die Börsen tückische Geliebte und allzu oft schon hat sich der klare Bruch eines Trends oder, wie in unserem Fall, der Bruch einer Nackenlinie als ein „false break“, ein falscher Bruch, entpuppt. Wenn wir also in Bälde einen „Rebreak“ im S&P500 erleben, d.h. die Kurse auf ein Niveau oberhalb der Nackenlinie zurückkehren, dann wäre dies wiederum als äußerst bullish zu werten. Denn wer durch die falschen, charttechnischen Signale auf dem falschen Fuß erwischt wurde und entsprechend Shortpositionen aufgebaut hatte, wird bald die Seiten wechseln und anfangen Longpositionen aufzubauen.

Es gilt also die jeweiligen Bewegungen genau zu beobachten, insbesondere die weitere Entwicklung des S&P500. Aber natürlich auch gilt es die übrigen Märkte im Auge zu haben. Sollte beispielsweise der Shenzhen Composite Index die Marke um 900 Punkte doch noch nachhaltig nach unten durchbrechen, wäre dies ein weiteres klares Warnsignal.

Musterdepot
Die Aktien in unserem Musterdepot blieben von den allgemeinen Abwärtsentwicklungen der letzten Wochen ziemlich unberührt, da wir primär Small Caps halten. Dass diese kaum in Mitleidenschaft geraten sind, zeigt, dass die derzeitige Entwicklung primär indexgetrieben ist und wir uns daher im Augenblick keine allzu großen Sorgen von dieser Seite her machen müssen. Was unsere Derivate betrifft, so sieht es hier leider etwas anders aus. Insbesondere die Optionsscheine sind mächtig unter Wasser geraten, vor allem da wir uns ja mit Cisco, Amazon und Pfizer die wirklich Großen der jeweiligen Branchen ausgesucht hatten. Allerdings haben wir genau aus diesem Grund Optionsscheine mit einer lange Laufzeit gewählt, um die Position eben möglichst lange halten zu können. Was unser Long-Hebelzertifikat auf den DAX betrifft (
WKN: GS8YFB), so scheint es uns hier geboten den Stop-Loss etwas nach zu justieren: Wir ziehen den Stopp auf 5,80 EUR, was einem DAX-Kurs von ungefähr 5.710 punkten entspricht.


Fazit
Noch spricht fundamental alles für den Crack-up-Boom (CuB), nichtsdestotrotz lässt sich, insbesondere aufgrund der technischen Situation, ein deflationärer Schock nicht mehr ausschließen. Allerdings rechnen wir diesem Szenario derzeit keine allzu große Wahrscheinlichkeit zu.

Ralf Flierl, Fabian Grummes

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:
Eine mit “*“ gekennzeichnete Aktie wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.



 

 

Die GoingPublic Media AG kann trotz sorgfältiger Auswahl und ständiger Verifizierung der Daten keine Gewähr für deren Richtigkeit übernehmen. Zur Berechnung der abgebildeten Kennzahlen werden die Schlusskurse des jeweiligen Vortages sowie die Gewinn- und Umsatzschätzungen von GoingPublic Research herangezogen. Alle aufgeführten Kurse beziehen sich auf den umsatzstärksten Börsenplatz der letzten 4 Wochen. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar.
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