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Vergangenen Sonntag besiegte die deutsche Nationalmannschaft die „Three Lions“ mit 4:1. Ob die Partie nicht ganz anders gelaufen wäre, hätte der Linienrichter aus Uruguay das klare Tor für die Engländer zum 2:2 gegeben, dürfte vielerorts für viel Gesprächsstoff sorgen…
2010 – die Revanche für
1966
So
mögen viele Deutsche in der Halbzeitpause gedacht haben. Und viele von Ihnen,
verehrte Leser, mögen denken, könnt ihr den Fußball nicht endlich Fußball sein
lassen und wieder mehr über die Börse schreiben? Da haben Sie natürlich einerseits
Recht – wir allerdings finden, dass der Fußball immer wieder ganz herrliche
Analogien zum Börsen- und Marktgeschehen liefert: So wie die Fehler des
Schiedsrichters, und damit einhergehend die Spielverzerrung, dem Fußball systemimmanent
sind – ja sie sind sogar regelrecht gewünscht, den technisch wäre es ein
leichtes derartige gravierende Fehlentscheidungen auszumerzen (z.B. mit
Torkameras) – so sind auch in unserem (keynesianisch geprägten) Wirtschafts-
und Marktgeschehen die Staatsinterventionen systemimmanent. Und wie im Fußball
die Fehlentscheidungen, führen auch die Staatseingriffe zu massiven
Verzerrungen des Ergebnisses. Anders als im Fußball jedoch enden diese
Eingriffe nicht nach neunzig Minuten oder der Verlängerung. Vielmehr zieht
jeder Eingriff unweigerlich weitere Eingriffe nach sich. Entscheidender ist
jedoch, dass diese Eingriffe für die Bevölkerung viel verheerender sind als ein
verlorenes Fußballspiel – was ist schon eine sportliche Niederlage im Vergleich
zu dem Verlust großer Teile des Volksvermögens?
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Viel Spaß beim Lesen!
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Der Crack-up-Boom läuft…
Genau dies droht aber, denn der Crack-up-Boom (CuB) läuft nach wie vor. Und
inzwischen dämmert es auch dem Mainstream, dass irgendetwas Merkwürdiges
stattfindet. So fand sich in der gestrigen Print-Ausgabe der Süddeutschen ein
Kommentar mit der bezeichnenden Unterüberschrift: „Die Konjunktur läuft, aber
die Krise läuft parallel mit“. Damit ist natürlich der CuB sehr schön umschrieben, auch wenn die Autorin letztlich nicht
die notwendigen Worte hatte und ihr vor allem das notwendige Handwerkszeug
(Österreichische Schule!) fehlte, um die Entwicklung des CuB zu beschreiben. Dieser
finale Boom wird von massiven Markteingriffen und Ausgabeprogrammen des Staates
getrieben. Zu diesen Eingriffen gehören nicht nur die Überschwemmung der Märkte
mit Geld, sondern auch diverse Verbote und Zwangsmaßnahmen. Der Staat erlässt
diese, um einerseits die gewünschten Ergebnisse zu erzielen und dementsprechend
die Märkte in seinem Sinne zu manipulieren. Andererseits aber lassen sich mit
diesen Mitteln auch einzelnen Gruppen als Schuldige bzw. als Verursacher der
Krise brandmarken. In unserer aktuellen Ausgabe befassen wir uns daher mit genau
diesem Problem der Zwangsmaßnahmen und Investmentverbote. Die ersten beiden
Seiten dieser Titelstory können Sie unter www.smartinvestor.de/investmentverbot
lesen.
…aber!
Wir wollen hier jedoch keineswegs falsch verstanden werden: wir befinden
uns nicht im „Dumm-Bullen-Lager“ und wollen nichts anderes sehen oder hören. Ganz
im Gegenteil – wir sind vermutlich pessimistischer als die meisten anderen.
Denn wir erwarten ja schließlich nicht weniger als den totalen Zusammenbruch
unseres Finanzsystems. Nur wird sich der eben ganz anders abspielen als es die breite
Masse vermutet. Der CuB wirkt sich allerdings an jeder Stelle der Welt anders aus
und es wird immer wieder zum Teil widersprüchlichste Nachrichten geben.
Beispielsweise sinkt die Geldmenge M3 in den USA massiv (vgl. http://www.shadowstats.com/alternate_data/money-supply-charts
) und die vermeintliche Wirtschaftserholung kühlt sich bereits wieder ab.
Entsprechend macht sich Ben „Helicopter“ Bernanke erneut bereit, aufzusteigen
und noch mehr Geld in das System zu pumpen – das muss er auch, denn wie wir im
aktuellen „großen Bild“ dargestellt haben, nimmt die Wirkung des frischen Geldes
immer schneller ab (vgl. Smart Investor 7/2010 „Das große Bild“ S.52 Abb. 1),
entsprechend muss jede neue Injektion immer noch größer ausfallen als die zuvor.
Andererseits zeigt Deutschland plötzliche eine ungeahnte wirtschaftliche
Stärke, wodurch sich das Handelsblatt in seiner gestrigen Ausgabe bemüßigt
fühlte mit „Das neue deutsche Wirtschaftswunder“ zu titeln. Sie sehen also, es
handelt sich beim CuB keineswegs um einen „normalen Boom“. Der Boom findet oft
eben nur nominal statt, während die Realität in trostloser Agonie besteht. Die
Auswirkungen sind überall verschieden und können auch jederzeit in ihr
Gegenteil umschlagen. Und der Boom ist geprägt von großer Unsicherheit und Skepsis,
da die Märkte immer wieder Signale eines drohenden, großen Zusammenbruchs
aussenden werden – Signale, wie sie derzeit auch in vielen Charts entstehen.
Und damit zu den Märkten.
Charttechnik
Die Bären an den
Börsen haben starken Auftrieb. Viele Entwicklungen, z.B. was die
Verschuldungssituation der Staaten anbelangt, treibt den Menschen den
Angstschweiß auf die Stirn. Nicht zu unrecht, wie wir immer wieder schreiben.
Und so zeigt sich diese Angst auch im Chart z.B. in Form von großen
Umkehrformationen
Im S&P500 sehen wir rot markiert eine obere Umkehrformation, konkret: eine
Kopf-Schuler-Umkehr (SKS), die dem dramatischen Einbruch im Herbst 2008
voranging. Seither konnten sich die Kurse wieder bis an die rote (fast
waagerechte) Nackenlinie heranarbeiten. Nun aber scheint sich abermals eine
weitere SKS im kleineren Stile anzubahnen (grün markiert). Konkret heißt dies:
Der Pullback an die Nackenlinie der großen SKS könnte sich abermals in Form
einer Umkehr vollziehen. Wenn letztere ihre lehrbuchmäßige Wirkung entfalten
würde, so müsste man in der Tat einen dramatischen Einbruch in den kommenden
drei bis 12 Monaten erwarten.

Aber nun bitte keine Panik! Erstens ist diese zweite SKS noch nicht vollendet.
Zweitens schwirren derzeit jede Menge Pessimisten durchs Land, welche sich
genau auf solche Chartkonstellationen oder aber die dramatischen
makroökonomischen Entwicklungen beziehen und daraus ganz akute Horrorszenarien
ableiten. Wie wir aber weiter oben beschrieben haben und wie wir in unseren
Heften auch noch etwas analytischer erläutern, dürfte das Schicksal eine ganz
andere Wendung nehmen, bei der die meisten Akteure auf dem falschen Fuß
erwischt werden. Wir bezeichnen diese Wendung als Crack-up-Boom (gelber
Prognose-Pfeil). Diese Theorie steht aber genau im Widerspruch zur Aussage
dieser Charttechnik bzw. zur Aussage derer, die bereits jetzt den Zusammenbruch
unseres Finanzsystems erwarten (grauer Prognose-Pfeil). Kurzum: Wir haben
dieses Chartbild hier gezeigt, um die landläufige Stimmung und ihre Beweggründe
darzulegen. Smart Investor vertritt jedoch eine andere Meinung (CuB), und zwar
solange, wie unsere These nicht von den realen Entwicklungen widerlegt wird.
Musterdepot
In
unserem Musterdepot bleibt alles beim Alten. Wir tätigen keine Zukäufe und
Verkaufen wollen wir schon gleich gar nichts. Der Stopp für unser
DAX-Long-Hebelzertifikat (WKN: GS8YFB)
bleibt nach wie vor bestehen – gleichwohl sind wir natürlich sehr weit
weg davon. Sollte also der DAX auf Tagesschlusskursbasis unter 5.590 (das
entspräche ca. einem Zertifikatspreis von 4 EUR) fallen, würden wir diese
Position glattstellen.
Fazit
Zwangsmaßnahmen, Verbote und ähnliches in Verbindung mit immer neuen
Finanzstimuli werden die finale Katastrophe unseres Finanzsystems nicht
aufhalten können – allerhöchstens können sie sie etwas verzögern. Die
Auswirkungen derselben werden dadurch nur eher noch verstärkt werden. Denn wie Bundespräsidenten-Kandidat
Joachim Gauck sehr richtig erkannt hat: „Wer ausgerechnet der Wirtschaft die Freiheit nehmen will, wird
immer sehr viel mehr verlieren als gewinnen.“
Ralf Flierl, Fabian Grummes
Hinweis auf mögliche
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Die Charts wurden erstellt mit TradeSignal von www.tradesignal.de und Tai-Pan
von Lenz+Partner. Diese Rubrik erscheint jeden Dienstagnachmittag.
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