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GoingPublic Kolumne 12.08.2009, 11:19  
Lebendgesagte sterben früher - Hedgefonds-Story vor Wiederbelebung?

Irgendwie ist es still geworden um die einstigen Stars. Hedgefonds stehen derzeit nicht eben oben auf der Liste von Investoren. Doch es gibt Anzeichen der Besserung: Blackstones Kriegskasse ist so gut gefüllt wie nie, ließ das Unternehmen wissen.

So ein Hedgefonds ist im Prinzip ja eine tolle Sache. Man braucht nur ein bisschen Startkapital, leiht sich ordentlich was dazu, kauft die eine oder andere Firma, die so lala läuft, und tritt dann dem Management mit Hingabe in den Allerwertesten. Oder, wenn das auch nach einer beliebigen Anzahl von Wiederholungen nichts nutzt, setzt ein neues Management ein. Das spätestens bringt die vormalige Klitsche auf Kurs, so dass sie nach zwei, drei Jahren für ein Vielfaches des Einstandspreises weiterverscherbelt werden kann.

Die Idee ist dermaßen überzeugend und trifft den homo oeconomicus so was von punktgenau im Neid- und Gierzentrum, dass es Zeiten gab, in denen jeder einen Hedgefonds haben wollte: Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, mein Hedgefonds. Zwischenzeitlich gab es so viele davon, dass die Klitschen ausgingen. Und wenn es noch eine gab, trieben die Interessenten den Preis so hoch, dass es sich nicht mehr wirklich lohnte. Angebot und Nachfrage gilt auch und gerade bei Klitschen.

Noch ist es still um die einstigen Stars, und nach wie vor leiden viele Hedgefonds oder werden gar dichtgemacht. Und viele kämpfen um Liquidität. Wie Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Nachdem es mit dem direkten Listing nicht geklappt hatte, wird ein Umweg gegangen: Das Private Equity-Haus will mit einem bereits notierten Tochterfonds fusionieren. Der Verwaltungsrat der in Amsterdam notierten Buyout-Fondstochter KKR Private Equity Investors (KPE) hat der Fusion von KKR und KPE zugestimmt. Durch den Zusammenschluss erhält auch die Muttergesellschaft ein Listing in Europa.

Mit Blackstone hatte nur ein großer PE-Player den Sprung direkt an die Börse geschafft. Nach einem krassen Kursmassaker wurde die Notierung auf bis zu 3,70 Euro atomisiert. Doch seit März hat sich die Aktie knapp verdreifacht. Sollten jetzt einige der Überlebenden Private Equity-Gesellschaften erneut an ein Going Public denken um die Kriegskasse zu füllen, könnten sich für Interessenten interessante Möglichkeiten bieten. Denn noch sind die Portfolio-Bewertungen im Keller, bei anziehender Konjunktur winken daher bei moderatem Pricing ansehnliche Bewertungsgewinne.

Stefan Preuß

Die GoingPublic Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins. GoingPublic ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint wöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.


 

 

Die GoingPublic Media AG kann trotz sorgfältiger Auswahl und ständiger Verifizierung der Daten keine Gewähr für deren Richtigkeit übernehmen. Zur Berechnung der abgebildeten Kennzahlen werden die Schlusskurse des jeweiligen Vortages sowie die Gewinn- und Umsatzschätzungen von GoingPublic Research herangezogen. Alle aufgeführten Kurse beziehen sich auf den umsatzstärksten Börsenplatz der letzten 4 Wochen. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar.
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