So ein
Hedgefonds ist im Prinzip ja eine tolle Sache. Man braucht nur ein bisschen
Startkapital, leiht sich ordentlich was dazu, kauft die eine oder andere Firma,
die so lala läuft, und tritt dann dem Management mit Hingabe in den
Allerwertesten. Oder, wenn das auch nach einer beliebigen Anzahl von
Wiederholungen nichts nutzt, setzt ein neues Management ein. Das spätestens
bringt die vormalige Klitsche auf Kurs, so dass sie nach zwei, drei Jahren für
ein Vielfaches des Einstandspreises weiterverscherbelt werden kann.
Die Idee ist dermaßen überzeugend und trifft den homo oeconomicus so was von
punktgenau im Neid- und Gierzentrum, dass es Zeiten gab, in denen jeder einen
Hedgefonds haben wollte: Mein Haus, mein Auto, meine Yacht, mein Hedgefonds.
Zwischenzeitlich gab es so viele davon, dass die Klitschen ausgingen. Und wenn
es noch eine gab, trieben die Interessenten den Preis so hoch, dass es sich
nicht mehr wirklich lohnte. Angebot und Nachfrage gilt auch und gerade bei
Klitschen.
Noch ist es still um die einstigen Stars, und nach wie vor leiden viele
Hedgefonds oder werden gar dichtgemacht. Und viele kämpfen um Liquidität. Wie
Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Nachdem es mit dem direkten Listing nicht geklappt hatte, wird ein Umweg gegangen:
Das Private Equity-Haus will mit einem bereits notierten Tochterfonds
fusionieren. Der Verwaltungsrat der in Amsterdam notierten
Buyout-Fondstochter KKR Private Equity Investors (KPE) hat der Fusion von KKR
und KPE zugestimmt. Durch den Zusammenschluss erhält auch die
Muttergesellschaft ein Listing in Europa.
Mit Blackstone hatte nur ein großer PE-Player den Sprung direkt an die Börse
geschafft. Nach einem krassen Kursmassaker wurde die Notierung auf bis zu 3,70
Euro atomisiert. Doch seit März hat sich die Aktie knapp verdreifacht. Sollten
jetzt einige der Überlebenden Private Equity-Gesellschaften erneut an ein Going
Public denken um die Kriegskasse zu füllen, könnten sich für Interessenten interessante
Möglichkeiten bieten. Denn noch sind die Portfolio-Bewertungen im Keller, bei
anziehender Konjunktur winken daher bei moderatem Pricing ansehnliche
Bewertungsgewinne.
Stefan Preuß
Die GoingPublic Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins. GoingPublic
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