| IPO im Fokus |
01.07.2010, 17:54 |
| Chamartin Meermann - Aufbau Mitte
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Das nächste Immobilienunternehmen versucht sein Glück am Kapitalmarkt. Leicht wird das nicht – eine Glaubensfrage.
Unternehmen
Die derzeit mit knapp 30 Immobilienentwicklungsprojekten
ausgestattete Chamartin Meermann Immobilien AG (kurz: CMI) ist der nach Fläche führende
Immobilienentwickler in der (neuen) Berliner Mitte (Quelle BulwienGesa AG). Das Geschäft deckt die komplette Wertschöpfungspipeline von
der Projektentwicklung über das Halten und den Vertrieb der Immobilien bis hin
zur Verwaltung ab. Die Projektentwicklung (Initiierung, Konzeption usw.) selbst
ist naturgemäß der größte Wertfaktor und bildet bei der 1978 gegründeten Gesellschaft
die Haupttätigkeit. 2006 stieg die spanische Chamartin Immobiliaria zunächst
mit 50 % ein und erhöhte ihren Anteil in der Folge auf 95 %. Im vergangenen
Jahr erfolgten die Umwandlung in eine AG und die Auslagerung des operativen
Projektentwicklungsgeschäfts in CMI.
Markt
Die Berliner Mitte, genauer die „Neue Berliner Mitte“ sticht aktuell durch
mehrere Sonderfaktoren heraus. Sie gilt als bevorzugter Standort für zahlreiche
Organisationen, Industrieverbände und Lobbyisten. Speziell die Mitarbeiter der
von Bonn nach Berlin übersiedelnden Ministerien, ferner auch des von Pullach
bei München abwandernden BNDs wohnen gemeinhin nicht auf dem Ku’damm, sondern
in attraktiver Lage in Nähe von Reichstag & Co. 2011/12 soll darüber hinaus
der neue Großflughafen in Berlin fertig gestellt sein – d.h. viele
Arbeitskräfte drängen dann ins Zentrum Berlins. Die durch die Historie bedingt
relativ geringe Gebäudedichte Berlins lässt noch diverse Entwicklungsprojekte
zu. Unter den CMI-Projekten finden sich Büro-, Gewerbe- und Wohnungseinheiten
gleichermaßen. 6 sind in der Bauphase und weitere 21 haben eine Baugenehmigung.
Konkurrenz
Zu den Top-10-Entwicklern in der Berliner Mitte zählen u.a. Anschutz, Vivico
und Hochtief. In punkto Qualität und Lage kommen Hochtief und Vivico dem
Börsenkandidaten am nächsten. Allerdings: Hochtief sei „uns bei unseren
Projekten bislang noch nicht aufgefallen“, so der Vorstandsvorsitzende Ralph
Küchenthal auf der Pressekonferenz.
Zahlen & Bewertung
84 % des 2009er Pro-forma-Umsatzes von 73,6 Mio. Euro sind der
Projektentwicklung zuzurechnen. Die EBIT-Marge von über 36 % erscheint
außerordentlich hoch, wodurch sich die Peergroup-Analyse nicht besonders
aussagekräftig gestaltet. Innerhalb einer solchen Gruppe (z.B. mit TAG, IVG,
IFM) liegt der Median Enterprise Value / EBIT (2010e) bei ca. 15, allerdings
mit großer Bandbreite. CMI wiederum zeigt als Projektentwickler seinerseits
schwankungsanfällige Erträge, je nach Erlösströmen bei den Projektphasen. Ein
Multiple von 15 auf Basis 2010e würde bei CMI einen viel zu hohen EV von rund
500 Mio. Euro nahe legen (die Bookbuildingspanne dagegen läuft auf 160 Mio.
Euro Marktkapitalisierung plus 150 Mio. Verbindlichkeiten, also in summa 310
Mio. Euro EV hinaus). Die Eigenkapitalbasis mit nur 27 Mio. Euro (vor IPO)
scheint indes auf jeden Fall stark verbesserungsbedürftig.
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CMI – Geschäfts-
und Kennzahlen
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2009
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2010e
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2011e
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Umsatz*
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73,9
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145,0
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265,0
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Nettoergebnis*
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13,5
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21,4
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29,4
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EpS
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0,82
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1,30
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1,79
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KGV min.
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9,4
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5,9
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4,3
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KGV max.
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11,8
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7,5
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5,4
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*) in Mio.,
sämtliche Angaben in Euro;
Quelle: Research der Konsortialbanken
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Börsengang
Von den angebotenen 8,4 Mio. Aktien stammen 6,5 Mio. aus einer Kapitalerhöhung.
Mit den eingenommenen Mitteln sollen die erwähnte Eigenkapitalquote erhöht und
in geringem Umfang Verbindlichkeiten zurückgeführt werden. Der Streubesitz von
max. 51 % nach IPO ist erfreulich hoch, bestehende Aktionäre (die spanische
Muttergesellschaft sowie Gründer H. Meermann) haben Haltefristen von 24
(Meermann) und 12 Monaten. Das Management, CEO Ralph Küchenthal und CFO Hans
Wittmann, sind allerdings selbst keine wesentlichen Aktionäre – warum nicht?
Die Frage wurde vom Management nicht überzeugend beantwortet.
Management, Perspektive &
Manöverkritik
Wittmann war 2007 beim wenig glorreichen Börsengang von Estavis involviert, was
nicht gerade als Pluspunkt in seinem Lebenslauf durchgeht. Allerdings war
Estavis ein Schönwettermodell, das an den Markt kam, als der gerade komplett
wegbrach. Die Projektentwicklung ist ihrerseits nicht gerade ein
Brot-und-Butter-Geschäft mit auf Jahre hinaus planbaren Cashflows. Die
Prognosen wirken ambitioniert – eine Umsatzverdreifachung 2009 bis 2011 –, aber
aufgrund der bereits bestehenden Pipeline auch nicht unmöglich. Ein Hinweis:
Research der Konsortialbanken ist auf der Homepage (www.bankm.de) frei
zugänglich – Details zu den Geschäftszahlen und Prognosen finden Sie darin en
gros.
Heutzutage ist es üblich, dass die IPO-Pressekonferenzen einstudiert wirken,
oftmals mit einer Skriptline von Agenturen. Zahlreiche Vorstände treffen bei
der Gelegenheit zum ersten Mal auf die Medien. Fehlende Authentizität oder
Begeisterung für den vermeintlichen Investment Case führen bei Anwesenden nicht
unbedingt zu Begeisterungsstürmen, so auch hier. Man muss hoffen, dass das
Management einfach nur sein Geschäft versteht – was also kein Minuspunkt sein
muss.
Fazit
Die erwähnten Sonderfaktoren bezüglich Berlin Mitte lassen das Ganze interessant
erscheinen, wenngleich das eine oder andere Fragezeichen bleibt.
Immobiliengesellschaften zählen derzeit nicht zu den Begünstigten an der Börse,
was wir in diesem Fall als das Hauptmanko erachten, jedoch die gesamte Branche
betrifft, nicht das Unternehmen selbst. Eine Zeichnung am unteren Ende (bis
maximal 8,25 Euro) scheint angesichts des Emissionsdiscounts vertretbar, eine
Investition sollte allerdings risikobewussten Anlegern vorbehalten sein –
Zeichnungsgewinne sind nicht zu erwarten.
Falko Bozicevic
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CMI - Emissionsparameter
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WKN
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A1E MFF
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Erstnotiz
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voraussichtlich 7.Juli
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Zeichnungsfrist
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voraussichtlich bis 5. Juli
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Preis
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7,70 bis 9.70 Euro
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MarketCap
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127 bis 160 Mio. Euro
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Marktsegment
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Prime Standard
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Emissionsprospekt
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ja
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Emissionsvolumen
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bis 6,45 Mio. Aktien aus
Kapitalerhöhung,
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bis 0,85 Mio. von AA; weitere bis zu
1,1 Mio. Greenshoe,
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Emissionsvolumen 65 bis 82 Mio. Euro
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Konsortium
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H&A und
BankM (Co-Lead); SQB sowie Direktbanken
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Free Float
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max. 51 %
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Internet
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www.cmi-ag.de
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