| IPO im Fokus |
24.05.2010, 17:22 |
| Deutsche Rohstoff AG - Schatzsucher mit großen Zielen
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Seit mehreren Quartalen ziehen die Notierungen von Öl, Gas und Industriemetallen wieder spürbar an. An der Fortsetzung dieser Hausse will auch die erst vor vier Jahren gegründete Deutsche Rohstoff AG partizipieren. Der dafür notwendige Börsengang steht unmittelbar bevor.
Wiederentdeckte
Schätze
Vornehmlich in
Deutschland sollen alte Quellen und Abbaugebiete neu erschlossen werden. Für
dieses ehrgeizige Vorhaben will man sich neues Kapital beschaffen. Es sei „eine
einfache Geschäftsidee, die sehr gut funktioniert“, heißt es in einer
Präsentation des Unternehmens. Die in Heidelberg ansässige, 2006 von Dr. Titus
Gebel und dem früheren Deutsche-Börse-Manager Dr. Thomas Gutschlag gegründete
Deutsche Rohstoff AG (kurz: DRAG) will durch die Neu- bzw. Wiedererschließung
dokumentierter Vorkommen einen heimischen Rohstoffproduzenten aufbauen. Dazu
hat das Management bereits Lizenzen in 35 Gebieten mit einer Gesamtfläche von
5.000 qkm erworben. Die meisten davon befinden sich in Deutschland: zum
Beispiel im Erzgebirge, wo schon zu DDR-Zeiten detaillierte Untersuchungen und
Bohranalysen durchgeführt worden sind. Aufgrund der lange Jahre niedrigen
Rohstoffpreise erschien ein Abbau jedoch nie wirklich lukrativ. Das hat sich
inzwischen für jeden erkennbar geändert, und auch weil die Bergbautechnik in
den letzten zwei Jahrzehnten einen gewaltigen Entwicklungssprung vollzogen hat,
ist der Abbau von wertvollen Industriemetallen wie Wolfram und Indium plötzlich
kein bloßes Hirngespinst mehr. Mit der BASF-Tochter Wintershall und dem
Öl-Riesen Exxon verfügt die DRAG zudem über potente Partner. Die Ludwigshafener
halten seit dem Jahr 2008 überdies eine direkte Beteiligung an dem
Rohstoff-Start-up.
Start der Ölförderung noch in diesem
Jahr?
Neben den zum Teil nachgewiesenen Vorkommen in Sachsen verfügt
das Unternehmen vor allem in Süddeutschland über umfangreiche Lizenzrechte. Das
DRAG-Tochterunternehmen Rhein Petroleum führt momentan zusammen mit Wintershall
Tests am stillgelegten Ölfeld Arlesried in Bayern durch. Bei positivem Ausgang
dieser Untersuchungen sei die Aufnahme der Förderung noch in diesem Jahr
möglich. Zufallstreffer wie der im pfälzischen Speyer, wo bei einer
Geothermiebohrung Ölvorkommen von 50 Mio. Barrel entdeckt wurden, schüren die
Hoffnung auf einen vergleichbaren Coup im DRAG-Portfolio. Auch die
Wiedererschließung eines Gasfelds im bayerischen Kinsau zählt zu den
wichtigsten Projekten der Heidelberger. Derzeit deckt die hiesige Öl- und
Gasproduktion lediglich 3% respektive 15% des Bedarfs. Wenn es allerdings um
den zeitnahen Aufbau einer eigenen Produktion geht, so geht der Blick zunächst
nach Down Under. In Australien, genauer in der Region Queensland, sicherte sich
die DRAG im vergangenen Jahr Rechte zur Gold- und Silberförderung. Mit dem
Abbau der bereits nachgewiesenen 150.000 Unzen Gold soll im Herbst begonnen
werden.
Mindestzeichnung von 50.000 EURO
Die Papiere konnten zu einem Festpreis von 10 Euro
gezeichnet werden. Die Mindestzeichnungssumme beträgt dabei 50.000 Euro, woraus
sich gleichzeitig die bevorzugte Aktionärsklientel ableitet. Den „gewöhnlichen“
Kleinanleger dürfte diese Vorgabe eher abschrecken. Für das Unternehmen ergibt
sich hieraus ein Mittelzufluss von bis zu 18 Mio. Euro. Die Gelder sollen
vorrangig für die weitere Erkundung der Gebiete, neue Machbarkeitsstudien und
den Aufbau der Goldproduktion in Australien verwendet werden. Obgleich das
Unternehmen die Attraktivität einer Öl- und Goldförderung bei operativen Kosten
von ca. 20 respektive 500 USD je Barrel/Unze betont, lassen sich die Umsatz-
und Gewinnperspektiven nur vage beziffern. Alle Schätzungen sind mit einer
vergleichsweise hohen Unsicherheit behaftet und hängen nicht zuletzt von der
weiteren Entwicklung der Rohstoffpreise und den konkreten Bohrergebnissen ab.
Fazit
Den Visionen des Vorstands mangelt es gewiss nicht an
Ehrgeiz und Mut. Dabei erscheint das Vorhaben, auch hierzulande wieder Öl, Gas
und andere Commodities zu fördern, angesichts der im Trend anziehenden
Rohstoffpreise grundsätzlich praktikabel und attraktiv. Die Kontakte zu
wichtigen Akteuren aus dem Öl- und Bergbaugeschäft dürften sich dabei für das
Unternehmen als ebenso wichtig wie die tatsächlichen Lizenz- und Schürfrechte
erweisen. Die fehlende Historie als Produzent und das kapitalintensive Geschäft
könnten dagegen potenzielle Investoren zögern lassen. Für risikoorientierte
Anleger könnte sich dennoch eine Investition – auch nach der für den 27. Mai
vorgesehenen Erstnotiz – lohnen.
Marcus Wessel
Deutsche
Rohstoff - Emissionsparameter
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WKN
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A0XYG7
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Erstnotiz
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27. Mai
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Preis
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10 Euro (Festpreis)
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MarketCap
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53,8 Mio. Euro
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Marktsegment
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Entry Standard
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Emissionsprospekt
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nein
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Emissionsvolumen
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bis zu 1,794 Mio.
Aktien aus Kapitalerhöhung,
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Emissionsvolumen bis
zu 17,94 Mio. Euro
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Konsortium
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VEM Aktienbank
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Free Float
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Bis zu 70%
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Internet
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www.rohstoff.de
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